Modelleisenbahn und Eisenbahnfreunde Halle Stadtmitte e.V.

  • Veranstaltungen
  • Unsere Anlagen

Mehlingen

Eine Zeitreise zurück in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Irgendwo nördlich von Berlin könnte sie liegen, die Kleinstadt MEHLINGEN.
wirtschaftlich und kulturell konnte sie es nie mit den größeren Städten der Umgebung aufnehmen. Aber als Mittelpunkt eines ehemaligen umfangreichen Privatbahnnetzes, hat Mehlingen auch nach Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn 1949, bis zu dessen Stilllegung 1996, nichts an Bedeutung verloren.
Im Gegenteil, als Verbindungsstrecke zwischen zwei größeren Eisenbahnknoten hat der Güterverkehr massiv an Transportleistungen dazu gewonnen. Güter aller Art werden über die Strecke gefahren, angefangen von A wie Auto bis Z wie Zement. Es gibt gemischte Güterzüge, Ganzzüge und auch Bauzüge. Einfach das umfangreiche Bild der Zugzusammenstellungen bei der Deutschen Reichsbahn der DDR wird hier gezeigt.
Der Personenverkehr spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Der Schüler- und Berufsverkehr bestimmt das Bild an den beiden Bahnsteigen. Schnellzüge kommen hin und wieder mal als umgeleitet durch Mehlingen.
Eine nicht bestätigte Weisung aus den 80er Jahren, des Ministerrates der DDR, ordnete an: „Alle Gütertransportleistungen über 50 km sind mit der Deutschen Reichsbahn zu transportieren, LKW-Transport nur mit Sondererlaubnis“. Genau diese Weisung folgend
kommt es zu dem erheblichen Güterverkehrsaufkommen auf unserer Modellbahnanlage
Im Bahnhof MEHLINGEN herrscht stets ein reges Treiben.
Da die gesamte Strecke eingleisig ist, kommt es zu Zugkreuzungen, Überholungen und Lokwechsel. Aus eingefahrenen Güterzügen werden Wagen ausgesetzt und in den verschiedenen Ladegleisen zur Be- und Entladung bereitgestellt. Parallel dazu werden beladene oder entladenen Wagen wieder in die betreffenden, oder neu zu bildenten, Züge eingestellt.
Liebevoll dargestellte Momente des Lebens ziehen sich über den gesamten Anlagenbereich. Egal ob kleine Industriebetriebe, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft oder Szenen der Freizeit die Motive erinnern an eine Zeit die weit hinter uns liegt und doch noch nicht vergessen ist.
Mit all diesen Facetten ist MEHLINGEN, nicht nur eine Modellbahnanlage zum Spielen oder Betrieb zumachen – MEHLINGEN ist ein Stück dargestellte Zeitgeschichte.

Die DDR befand sich in den 1980er Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Staatliche Maßnahmen wie Lohnerhöhungen, Rentenerhöhungen und Subventionen für Grundnahrungsmittel, Mieten und Verkehr führten zu hohen Staatsausgaben und steigender Verschuldung, insbesondere bei Krediten aus der Bundesrepublik Deutschland.
Technische Ausrüstungen, Ersatzteile und Rohstoffe fehlten in den Betrieben, was zu Stillstandszeiten, schlechter Arbeitsorganisation und sinkender Motivation der Beschäftigten führte. Umweltprobleme, wie unkontrollierte Schadstofffreisetzungen, verschärften die Lage zusätzlich. Auch die DEUTSCHE REICHSBAHN war in nicht unerheblichen Maß davon betroffen. Bei den Lokomotivbaureihen 114, 119, 132 und 250 wurden die endgültigen Stückzahlen erreicht und mit der BR 243 eine neue Lokomotivbaureihe in Dienst gestellt. Trotz Investitionsstau, maroder Infrastruktur und hoher Schadensbilanz gehörte die Deutsche Reichsbahn zu einem der leistungsfähigsten Transportunternehmen Europas.
Eben dieses Bild der Deutschen Reichsbahn, war für uns Anlass und Herausforderung, eine Modellbahnanlage, die dieser Zeit widerspiegelt, zu bauen.
Folgende Bedingungen soll unsere Modellbahnanlage erfüllen.
• Es soll eine Modulanlage sein
• In Länge und Form (I-, L, U- oder O-Form) soll sie variabel sein
• Sie soll leicht zu transportieren sein und Module sollen in einen PKW passen
• Wir wollen digital Fahren und analog Steuern
Betrieblicher Mittelpunkt unserer Anlage ist der Bahnhof Mehlingen. Mit seinen zwei Bahnsteig- und drei Güterzuggleisen, Laderampe, Ladestraße und Güterboden ist er der größte Bahnhof auf der Anlage. Je nach Aufbauvariante kann er als Durchgangs-, Trennungs- Spitzkehren- oder Endbahnhof gezeigt werden.
Zusammen mit Streckenmodulen, einem Bahnbetriebswerk und weiteren Bahnhöfen ist es möglich einen realistischen und zeitgemäßen Betriebsablauf auf der Anlage vorzuführen.
Liebevoll gestaltete Felder, Wiesen und kleine Baumgruppen prägen das Landschaftsbild. Einige Wohnhäuser, eine kleine Fabrik mit Werksanschluss, eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft und die, bei den H0-Menschen für ihre Bierspezialitätenbekannte Mehlinger Brauerei „SIMON“ tragen zur Ausgestaltung der Anlage bei.

Der Fahrzeugeinsatz auf der Anlage richtet sich nach den in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der DDR eingesetzten Fahrzeugen. Eingesetzt können im Rangierbetrieb Lokomotiven der Baureihe Kö, 101, 102 und 106, im Reise- und Güterzugverkehr der Baureihen 110, 118,119,132, 142, die Triebwagen BR 171 und 172 sowie im Güterverkehr die BR 130 und 131 werden.
An Waggons kommen die für die 1980er Jahre allgegenwärtigen Personen- und Güterwaggons zum Einsatz.
Ein gewisser Lokalpatriotismus lässt sich vor allem bei den eingesetzten Güterwagen nicht leugnen. Silowagen mit den Aufschriften „Plaste aus Schkopau“ und Staubbehälterwagen mit „Leuna-Mirathen“ deuten damit die Nähe des Vereins zu unserer Heimat Mitteldeutschland und der Chemieregion an.
Unabhängig vom Aufbau und Anzahl der gezeigten Module ist es möglich einen interessanten und vorbildnahen Modellbahnbetrieb durchzuführen. In den einzelnen Anschluss- und Ladegleisen können Waggons, durch Rangierfahrten zugeführt und abgeholt werden. Einfahrende Züge können in Mehlingen aufgelöst und neue Züge können bereitgestellt werden.
Mit den beiden Modulgruppen „Bahnhof MEHLINGEN“ und „Bahnbetriebswerk“ ist es möglich den Eisenbahnbetrieb mit all seinen Facetten glaubwürdig darzustellen.
Dazu gehören alle Arbeiten von der Abschlussuntersuchung nach der Fahrt, über ergänzen der Vorräte (Diesel, Kohle und Bremssand) und Abstellung im Lokschuppen.
Mit den zwei Wendeschleifenmodulen und den Streckenmodulen ist ein interessanter Modellbahnbetrieb auf einer eingleisigen Strecke jeder Zeit möglich.
Eine Wendeschleife ist gestalterisch halb in die Modulgestaltung eingebunden. Der darauf dargestellte Bahnhof „Brabecke“ ermöglicht neben Zugkreuzungen, Zugüberholungen auch in seinem Stumpfgleis Triebwagen und Wendezüge enden und beginnen zu lassen.
Die zweite Wendeschleife mit ihren drei Durchgangs- und zwei Stumpfgleisen ist ein Schattenbahnhof, der neben dem Wenden der Züge, gleichzeitig als Zugspeicher dient. Sie ist verdeckt in die Modellbahnanlage integriert. Bei Bedarf kann an diese Wendeschleife ein zusätzlicher Schattenbahnhof angeschlossen werden.

Fazit
Mit dem Bau der Modellbahnanlage „MEHLINGEN“ geben wir Modellbahnfreunde von den Modellbahn- und Eisenbahnfreunden Halle -Stadtmitte e.V. Einblick in den Eisenbahneralltag bei der DEUTSCHEN REICHSBAHN, in den späten 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die mit viel Liebe, fachlichem Wissen und Detailtreue gebaute und gestaltetet Anlage ist nicht nur eine Modellbahnanlage, sie ist ein Stück erlebbare Zeitgeschichte.

Name der Anlage:„MEHLINGEN“
Anlagenthema:eingleisige Nebenbahn bei der Deutschen Reichsbahn zum Ende der 1980er Jahre
Nenngröße:TT
Maßstab:1 zu 120
Gleissystem:2-Leiter, Tillig Modellgleis
Fahrleitung:keine Fahrleitung vorhanden
Antagenform:I-, L-, U-, oder O-Form
Abmessung der Anlage:Länge = abhängig von der Ausstellungsfläche, z. Z. 11,40m
breiteste Stelle = 1,40 m
Abmessung Plattenteile:1,00 m x 0,50 m
1,40 m x 1,00 m (Wendemodul)
Steuerung:Digital DCC
Steuerzentrale:PIKO mit mehreren Handreglern
Rollendes Material:Tillig, PIKO, Roco u.v.a.
Gebäude:Auhagen, Busch und Hornby
Drehscheibe:Fleischmann

Modelleisenbahn und Eisenbahnfreunde Halle Stadtmitte e.V.

  • Instagram
  • Facebook

Weitere Informationen

  • Datenschutzerklärung
  • Impressum